In der modernen CNC-Fertigung stehen Produktivität, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt. Werkzeuge gehören dabei zu den wichtigsten Produktionsmitteln und gleichzeitig zu den laufenden Kostenfaktoren eines Fertigungsbetriebs.
Jeder ungeplante Werkzeugwechsel verursacht Stillstandzeiten. Jeder Werkzeugbruch kann Ausschuss, Maschinenstillstände oder sogar Beschädigungen an Werkstücken verursachen. Gleichzeitig beeinflusst die Werkzeugstandzeit direkt die Fertigungskosten pro Bauteil.
Deshalb stellt sich in vielen Unternehmen regelmäßig die Frage:
Wie lässt sich die Werkzeugstandzeit beim Fräsen erhöhen?
Als Werkzeugstandzeit wird die Zeitspanne bezeichnet, in der ein Werkzeug innerhalb definierter Qualitätsanforderungen eingesetzt werden kann.
Das Ende der Standzeit wird beispielsweise erreicht
durch:
Je länger ein Werkzeug zuverlässig eingesetzt werden kann, desto wirtschaftlicher arbeitet der gesamte Fertigungsprozess.
Viele Betriebe vermuten zunächst Probleme beim Werkzeug oder bei den Schnittdaten. Tatsächlich entstehen Verschleiß und Standzeitverluste häufig durch mehrere Einflussfaktoren gleichzeitig.
Beim Fräsen entstehen erhebliche Temperaturen.
Kann die Wärme nicht ausreichend abgeführt werden, treten häufig folgende Probleme
auf:
Besonders bei hochlegierten Stählen, Titan oder rostfreien Werkstoffen kann die Temperatur zum dominierenden Verschleißfaktor werden.
Späne sollten die Bearbeitungszone unmittelbar nach ihrer Entstehung verlassen.
Geschieht dies nicht, können sie erneut zwischen Werkzeug und Werkstück gelangen.
Dieses sogenannte Nachschneiden führt zu:
Bereits geringe Verbesserungen der Spanabfuhr können die Werkzeugstandzeit deutlich erhöhen.
Werkzeuge arbeiten unter dynamischen Belastungen.
Instabile Spannungen, Schwingungen oder ungünstige Prozessbedingungen führen häufig
zu:
Je stabiler der Prozess, desto länger bleibt die Schneidkante einsatzfähig.
Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Kühlmittelzuführung.
Selbst bei leistungsfähigen Maschinen wird der Kühlschmierstoff oft nicht exakt an die aktive Schneidzone geführt.
Die Folge:
Wer Werkzeugstandzeiten verbessern möchte, sollte zunächst die Ursache des Verschleißes verstehen.
Der häufigste Verschleißtyp.
Er entsteht durch Reibung zwischen Werkzeug und Werkstück.
Merkmale:
Besonders bei zähen Werkstoffen können sich Materialpartikel an der Schneidkante anlagern.
Folgen:
Lokale Ausbrüche entstehen häufig durch:
Die Werkzeugstandzeit kann dadurch schlagartig enden.
Temperaturschwankungen erzeugen Spannungen im Werkzeugmaterial. Dadurch entstehen feine Risse, die sich im Betrieb weiter ausbreiten können.
Eine präzise Kühlmittelzuführung gehört zu den wirkungsvollsten Maßnahmen zur Standzeitoptimierung.
Der Kühlschmierstoff muss dort wirken, wo die höchste Belastung entsteht: direkt an der Schneidkante.
Eine optimale Kühlmittelzuführung unterstützt:
Dabei reicht es nicht aus, große Mengen Kühlschmierstoff bereitzustellen. Entscheidend ist die gezielte Führung des Kühlmittelstrahls.
Zwischen Spanabfuhr und Werkzeugstandzeit besteht ein direkter Zusammenhang.
Verbleiben Späne in der Bearbeitungszone, steigt die Belastung des Werkzeugs erheblich.
Mögliche Folgen:
Eine gezielte Kühlmittelzuführung unterstützt die Spanabfuhr und reduziert diese Risiken.
ei anspruchsvollen Fräsprozessen kommt zunehmend Hochdruckkühlung zum Einsatz.
Dabei wird der Kühlschmierstoff mit deutlich erhöhtem Druck direkt in die Schneidzone eingebracht.
Vorteile:
Insbesondere bei schwer zerspanbaren Werkstoffen lassen sich häufig deutliche Standzeitverbesserungen erzielen.
Viele Verbesserungen lassen sich bereits mit überschaubarem Aufwand umsetzen.
Kühlmittelstrahl überprüfen
Prüfen Sie regelmäßig:
Spanabfuhr beobachten
Achten Sie auf:
Verschleißbilder dokumentieren
Die Analyse von Verschleißbildern liefert wertvolle Hinweise auf die tatsächlichen Ursachen.
Kühlmittelsystem optimieren
Moderne Kühlmittelsysteme ermöglichen eine präzise und reproduzierbare Ausrichtung des
Kühlmittelstrahls.
Praxisbeispiel
Ein Fertigungsbetrieb bearbeitete rostfreien Stahl mit einem Schaftfräser. Trotz hochwertiger Werkzeuge lagen die Standzeiten deutlich unter den Erwartungen.
Die Analyse zeigte:
Nach Optimierung der Düsenposition und gezielter Ausrichtung des Kühlmittelstrahls konnten die Standzeiten deutlich verbessert werden.
Zusätzlich sank die Anzahl ungeplanter Werkzeugwechsel und die Prozesssicherheit erhöhte sich.
✓ Trifft der Kühlmittelstrahl die aktive Schneidkante?
✓ Werden Späne zuverlässig entfernt?
✓ Sind die Düsen korrekt positioniert?
✓ Treten Vibrationen auf?
✓ Werden Verschleißbilder dokumentiert?
✓ Ist die Kühlmittelversorgung reproduzierbar?
✓ Werden Temperaturprobleme erkannt und analysiert?
Sie möchten die Werkzeugstandzeit Ihrer Fräswerkzeuge verbessern?
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Sie erhalten eine erste technische Einschätzung sowie konkrete Empfehlungen zur Verbesserung Ihrer Prozesse.
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Zu den wichtigsten Einflussgrößen gehören Temperatur, Spanabfuhr, Prozessstabilität, Werkstoff, Schnittdaten und Kühlmittelversorgung.
Ja. Eine gezielte Kühlung der Schneidkante reduziert thermische Belastungen und verbessert häufig die Werkzeugstandzeit.
Eine zuverlässige Spanabfuhr verhindert Nachschneiden und reduziert zusätzliche Belastungen des Werkzeugs.
Vor allem bei schwer zerspanbaren Werkstoffen, tiefen Bearbeitungen und Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Prozesssicherheit.
Die Werkzeugstandzeit wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Neben Werkzeugqualität und Schnittdaten spielen insbesondere die Kühlmittelzuführung und die Spanabfuhr eine zentrale Rolle.