Der Spanbruch gehört zu den wichtigsten Einflussfaktoren für stabile und wirtschaftliche Drehprozesse. Während kurze und kontrollierte Späne den Bearbeitungsprozess unterstützen, können lange Bandspäne erhebliche Probleme verursachen.
Viele Fertigungsbetriebe kämpfen regelmäßig mit:
Insbesondere in automatisierten Fertigungsprozessen können unkontrollierte
Späne die Prozesssicherheit erheblich beeinträchtigen.
Eine gezielte Optimierung des Spanbruchs hilft dabei, die Produktivität zu erhöhen, die Werkzeugstandzeit zu verbessern und
ungeplante Unterbrechungen zu reduzieren.
Was versteht man unter Spanbruch?
Beim Drehen wird Material kontinuierlich vom Werkstück getrennt. Idealerweise entstehen dabei kurze, kontrollierte Späne, die sich sicher aus dem Arbeitsbereich entfernen lassen.
Von einem guten Spanbruch spricht man, wenn:
Problematisch wird es, wenn sich lange Bandspäne bilden. Diese können sich um Werkstück, Spannmittel oder Werkzeug wickeln und den gesamten Prozess stören.
Warum entstehen lange Bandspäne?
Die Ursachen sind vielfältig.
Oft wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
Werkstoffeigenschaften
Besonders zähe Werkstoffe neigen zur Bildung langer
Späne.
Typische Beispiele:
Diese Werkstoffe verformen sich stark und brechen den Span nur schwer.
Ungeeignete Schnittdaten
Vorschub, Schnitttiefe und Schnittgeschwindigkeit beeinflussen
die Spanform erheblich.
Zu geringe Vorschübe führen häufig zu:
Falsche Schneidengeometrie
Moderne Wendeschneidplatten besitzen spezielle Spanformer. Sind Werkzeug und Anwendung nicht optimal aufeinander abgestimmt, kann der Spanbruch unzureichend ausfallen.
Unzureichende Kühlmittelzuführung
Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Kühlmittelversorgung. Wird der Kühlschmierstoff nicht gezielt an die Spanbildungszone geführt, können sich lange und unkontrollierte Späne bilden.
Welche Probleme verursachen lange Späne?
Viele Anwender betrachten lange Späne zunächst als lästig. Tatsächlich können sie erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben.
Werkzeugbeschädigungen
Lange Späne können zwischen Werkzeug und Werkstück geraten.
Die Folge:
Oberflächenfehler
Wickeln sich Späne um das Werkstück, entstehen häufig:
Maschinenstillstände
In automatisierten Fertigungsprozessen gehören Spanverwicklungen zu den häufigsten Ursachen ungeplanter
Unterbrechungen.
Sicherheitsrisiken
Scharfe Bandspäne stellen ein erhebliches Verletzungsrisiko dar.
Welche Rolle spielt die Kühlmittelzuführung?
Die Kühlmittelzuführung beeinflusst den Spanbruch deutlich stärker als viele Anwender vermuten.
Ein gezielt ausgerichteter Kühlmittelstrahl kann:
Entscheidend ist dabei, dass der Kühlmittelstrahl die Spanbildungszone erreicht. Nur dort kann er seine volle Wirkung entfalten.
Hochdruckkühlung zur Verbesserung des Spanbruchs
In vielen modernen Drehprozessen wird Hochdruckkühlung gezielt eingesetzt, um den Spanbruch zu
verbessern. Der Kühlschmierstoff trifft mit hoher Energie auf den entstehenden Span.
Dadurch kann:
Besonders bei langspanenden Werkstoffen ergeben sich häufig deutliche Vorteile.
Einfluss auf die Werkzeugstandzeit
Ein kontrollierter Spanbruch wirkt sich direkt auf die Standzeit aus.
Kurze Späne verursachen:
Dadurch sinkt der Verschleiß und die Werkzeugstandzeit steigt.
Einfluss auf automatisierte Fertigungsprozesse
In der modernen Serienfertigung sind lange mannlose Laufzeiten entscheidend.
Bandspäne gehören zu den größten Risiken für:
Eine zuverlässige Spanbruchkontrolle erhöht die Prozesssicherheit erheblich.
Typische Anwendungsbereiche
Ein optimierter Spanbruch ist besonders wichtig bei:
Langdrehautomaten
Vermeidung von Spanverwicklungen.
Serienfertigung
Erhöhung der Maschinenverfügbarkeit.
Edelstahlbearbeitung
Verbesserung der Spantrennung.
Innenbearbeitung
Reduzierung von Spanstaus in Bohrungen.
Praxisbeispiel
Ein Fertigungsbetrieb bearbeitete rostfreien Stahl auf einer CNC-Drehmaschine. Regelmäßig entstanden lange Bandspäne, die sich um Werkstück und Spannfutter wickelten.
Die Analyse zeigte:
Nach Optimierung der Kühlmittelzuführung und Anpassung der Düsenposition konnten
folgende Verbesserungen erzielt werden:
Checkliste: Spanbruch optimieren
✓ Entstehen kurze, kontrollierte Späne?
✓ Werden Spanverwicklungen vermieden?
✓ Trifft der Kühlmittelstrahl die Spanbildungszone?
✓ Sind die Düsen korrekt positioniert?
✓ Ist die Spanformer-Geometrie geeignet?
✓ Werden Maschinenstillstände durch Späne verursacht?
✓ Ist Hochdruckkühlung sinnvoll?
Häufig gestellte Fragen
Warum entstehen lange Bandspäne?
Häufig sind Werkstoffeigenschaften, Schnittdaten, Werkzeuggeometrie oder eine unzureichende Kühlmittelzuführung die
Ursache.
Kann Hochdruckkühlung den Spanbruch verbessern?
Ja. Hochdruckkühlung wird häufig eingesetzt, um die Spanform gezielt zu beeinflussen.
Welche Rolle spielt die Düsenposition?
Eine präzise Ausrichtung des Kühlmittelstrahls kann die Spanbildung deutlich beeinflussen.
Warum sind kurze Späne besser?
Kurze Späne verbessern die Prozesssicherheit, reduzieren Werkzeugverschleiß und verhindern
Maschinenstillstände.
Kostenlose Analyse Ihrer Anwendung
Probleme mit Bandspänen, Spanverwicklungen oder instabilen Drehprozessen?
Senden Sie uns Fotos oder Videos Ihrer Anwendung.
Unsere Spezialisten analysieren:
Sie erhalten eine erste technische Einschätzung und konkrete Empfehlungen zur Verbesserung Ihrer Prozesse.
Fazit
Der Spanbruch gehört zu den wichtigsten Einflussfaktoren beim Drehen. Lange Bandspäne können Werkzeugverschleiß, Oberflächenfehler und Maschinenstillstände verursachen.
Durch die richtige Kombination aus Werkzeuggeometrie, Schnittdaten, Kühlmittelzuführung und gegebenenfalls Hochdruckkühlung lässt sich die Spanform gezielt beeinflussen. Unternehmen profitieren von höherer Prozesssicherheit, längeren Werkzeugstandzeiten und einer wirtschaftlicheren Fertigung.